|
Decodereinbau und Motorumrüstung
|
|
Wie und wo baut man Decoder ein und wie "erziehe" ich eine Lok zu anständigen Fahreigenschaften; das soll das Thema dieser Seite sein.
|
|
In diesem Falle handelt es sich um eine GE 4/4 II von Bemo. Werksseitig hat die Lok einen 3-poligen Motor und keine digitale Schnittstelle. Die Fahreigenschaften sind "so lala"; Man hört den Motor deutlich, die Höchstgeschwindigkeit ist zu groß und der Auslauf nach Stromunterbrechung könnte besser sein.
|
|
Zunächst wird die Lok demontiert (Gehäuse wird vorsichtig an den Seiten gespreizt). Die Platine wurde schon von den Kabel befreit, lediglich die Stromabnahmekabel von den Radschleifern sind noch vorhanden.
|

|
|
Wohin nun mit dem Decoder (ESU Lokpilot Nr. 51600)? Unter dem Dach sollte genug Platz sein.
|

|
|
Nach Abnahme der Kühlungsöffungen auf dem Dach kommt ein braunes Spritzteil zum Vorschein, dass für den Decoder weichen muß.
|

|
|
Die jetzt sichtbare Öffnung muß vergrößert werden.
|

|
|
Der Decoder kommt in das kleine Gehäuse mit den Kühlrippen, die Öffnung im Dach wurde vergrößert, sodass die Kabel freien Durchgang haben.
|

|
|
Das Kühlrippengehäuse mit dem Decoder wird wieder auf das Dach aufgeclipst. So kann der Decoder im Falle eines Defektes problemlos wieder ausgebaut werden.
|

|
|
Das Loch im Lokkasten muß ebenfalls vergrößert werden; mit einem Dremel oder Proxxon mit einer Trennscheibe ist das kein Problem.
|

|
|
Dann wird das Dach wieder auf den Lokkasten geclipst. Da der Decoder in einer schwarzen Schrumpffolie eingeschweißt ist, ist von ihm so gut wie nichts zu sehen.
|

|
|
So sieht das Ganze von der Lokinnenseite aus.
|

|
|
Kommen wir nun zum Motorumbau. Von der Firma SB-Modellbau gibt es einen passenden Motorumbausatz.
|
|
Zum Einbau sind einige Fräsarbeiten nötig.
ACHTUNG: wenn es vernünftig passen soll, sollte man schon eine Fräsmaschine haben; mit einem Dremel "frei Hand" klappt es nicht! Wer keine Fräsmaschine, oder keinen Bekannten mit einer Fräsmaschine hat, kann die Arbeiten auch von der Firma SB-Modellbau ausführen lassen.
|

|
|
Der Lokrahmen, wie er im Auslieferungszustand aussieht,..
|

|
|
...und nach der Fräsarbeit. Die Kabel kommen von den Radschleifern.
|

|
|
r eingelegte neue Motor mit den Kabeln; entgegen der Beschreibung von SB-Modellbau handelt es sich nicht um einen Faulhabermotor, sondern um einen Maxon Motor
|

|
|
Ich habe den Motor mit einem Streifen doppelseitigem Klebeband befestigt, so ist er wieder ausbaubar, was bei einer Befestigung mit 2-Komponenten-Kleber ungleich schwieriger wäre. Die werksseitige Platine wird anschließend wieder aufgeschraubt.
|

|
|
Das Ganze von der Seite her gesehen.
|

|
|
Anschließend wird der Decoder lt. Betriebsanleitung verkabelt.
|

|
|
WICHTIG: Alle Lötstellen mit Isolierband oder Schrumpfschlauch gegen ungewollte Kurzschlüsse sichern.
|

|
|
Nachdem das Gehäuse wieder aufgesetzt ist, steht einer Probefahrt nichts mehr im Weg. (Mir sei verziehen, dass die rote Lok jetzt grün ist, aber ich habe gleich zwei Loks umgebaut und die rote war z. Z. der Aufnahme nicht verfügbar.)
|

|
|
FAZIT: Wer dgital fahren will, kommt um einen Decodereinbau nicht drum rum. Der Einbau ist auch ohne Decoder bzw. Lok mit Schnittstellenstecker kein Hexenwerk. Platz findet sich, zumindest ab H0m aufwärts, fast immer.
Ob man sich einen Glockenankermotor leistet (er kostet rund EUR 70,-- ohne Fräsarbeiten), bleibt jedem selbst überlassen. Zumindest bei älteren BEMO-Loks mit 3-poligem Motor ist es jedoch eine Überlegung wert: Fast lautloser Motorlauf, deutlich bessere Fahreigenschaften (insbesondere bei langsamer Fahrt), vorbildlich Höchstgeschwindigkeit von umgerechnet 75 km/h bei Vollgas und ein Auslauf von gut 1 1/2 Loklängen aus Höchstgeschwindigkeit sprechen eine deutliche Sprache. Ich habe den Kauf jedenfalls nicht bereut!
|